Der Höchststand muss vorher liegen
Für jeden Zeitpunkt wird zunächst der höchste frühere Wert bestimmt. Die Differenz zum aktuellen Wert wird durch diesen Höchststand geteilt. Hier ist die Verlustzahl positiv: Drawdown = (Höchststand − aktueller Wert) / Höchststand. Andere Darstellungen verwenden ein negatives Vorzeichen.
Der Höchststand muss dem betrachteten Tief vorausgehen. Ein beliebiger späterer Höchststand gehört nicht zur Berechnung eines früheren Rückgangs. Aktueller Drawdown, maximaler historischer Drawdown und schlechtester Einzeltrade sind verschiedene Kennzahlen.
Beispiel: 10000 → 12000 → 9000 → 10000
Nach dem Höchststand 12000 fällt der Wert auf 9000. Der Drawdown beträgt 3000 / 12000 = 25%. Eine anschließende Erholung auf 10000 bedeutet zwar keinen Verlust gegenüber dem Anfangswert 10000, liegt aber weiterhin 16,67% unter dem Höchststand.
Von 9000 zurück auf 12000 sind 3000 / 9000 = 33,33% Gewinn erforderlich. Allgemein lautet die Erholungsformel nach einer Verlustquote d: d / (1 − d). Nach 50% Verlust werden 100% Gewinn benötigt. Weil sich die Bezugsbasis verändert, gleichen sich gleich große Prozentsätze nicht aus.
Historie ist keine Verlustgrenze
Ein beobachteter Drawdown von 25% begrenzt künftige Verluste nicht. Andere Marktbedingungen, Hebel, mehrere Positionen und Ausführung können tiefere Rückgänge verursachen. Auch Dauer und Zeit bis zum Wiedererreichen des Höchststands sind relevant.
Eine Auswertung ausschließlich geschlossener Trades kann offene Verluste verbergen. Tageswerte erfassen nicht jedes untertägige Tief. Neue Einzahlungen sind keine Erholung durch Handelsgewinn; externe Geldbewegungen müssen getrennt behandelt werden.
Eine nachvollziehbare Chartprüfung
Wählen Sie in Student Wyckoff Pro ein verfügbares Instrument und einen einheitlichen Zeitraum abgeschlossener Balken. Markieren Sie einen zeitlich erreichten Höchststand und den anschließenden Rückgang. Halten Sie Datum und Kurs fest und entscheiden Sie zwischen Schlusskursen und Balkenextremen.
Die Übung misst die Kursentwicklung eines Instruments, nicht automatisch den gesamten Kontowert. Dafür werden zusätzlich Positionsgrößen, Bargeld, Kosten und Einzahlungen benötigt. Speichern Sie den markierten Arbeitsbereich, damit Beobachtung und zeitliche Reihenfolge erneut geprüft werden können.
Primärquellen
Die Quellen erklären Mechanik und Grenzen; die Zahlenbeispiele der Redaktion sind erfunden und keine Marktkurse.
Der nächste praktische Schritt
Markieren Sie Hoch und nachfolgendes Tief und berechnen Sie die notwendige Erholung gesondert.
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